Tag der Technik in Albstadt
Tag der Technik 2017
in Albstadt am Freitag, 23. Juni
von

Stereoskopie eines Meteorstroms mit Echtzeit-Aufnahmen

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Die Flugbahn von helleren Meteoren ist essenziell, um mögliche Einschlagsorte von interplanetarer Materie auf der Erde zu ermitteln. Die Untersuchung des Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko durch die Rosetta-Sonde zeigte, dass die Staubpartikel im Kometenschweif aus der Entstehungszeit des Sonnensystems stammen. Dies macht die Untersuchung von Meteoren besonders interessant, da diese meist von Kometen abstammen. In folgender Arbeit wird der Meteorstrom der Perseiden in der Nacht vom 12. auf 13. August 2016 mit Echtzeit-Aufnahmen dokumentiert und die Flugbahnen von ausgewählten Meteoren ausgemessen. Von zwei Standorten auf der Schwäbischen Alb mit 15 km Abstand wurde mit zwei sehr lichtempfindlichen Kameras derselbe Himmelsausschnitt gefilmt, um möglichst viele Meteore mit beiden Kameras nachzuweisen. Die benutzte Kombination von hoher Auflösung und extremer Empfindlichkeit ist bei Farbvideoaufnahmen erst seit etwa zwei Jahren möglich. So wurden ca. 300 Leuchterscheinungen in fast sechs Stunden gefunden.

Durch rechnerische Triangulation wurden die Flugbahnen von neun ausgewählten Meteoren berechnet. Diese erschienen in einer Höhe von maximal 136 km und waren bis 78 km über dem Erdboden noch nachzuweisen. Die Länge der Leuchterscheinung variierte zwischen 32 km und 72 km. Durch die Echtzeit-Aufnahmen konnte auch die Geschwindigkeit zwischen 38 km/s und 97 km/s bestimmt werden.

Als mediale Neuheit wurde durch die entsprechende Wahl der Standorte eine stereoskopische 3D-Darstellung der Perseiden ermöglicht. Mit einer VR-Brille oder einem 3D-Monitor bekommt der Betrachter einen räumlichen Eindruck des Meteors sowie des dahinterliegenden Sternenhimmels.

Foto Bosch
Foto: Bosch

Kontakt/Ansprechpartner:
Antonio Schmusch, 72359 Dotternhausen (Philipp-Matthäus-Hahn-Schule, Balingen):
Moritz Wolf, 72351 Geislingen (Progymnasium Rosenfeld
Betreuung: Dipl.-Phys. Till Credner